𝗜𝗵𝗿 𝟲𝟬/𝟰𝟬-𝗣𝗼𝗿𝘁𝗳𝗼𝗹𝗶𝗼 𝗶𝘀𝘁 𝗶𝗻 𝗪𝗮𝗵𝗿𝗵𝗲𝗶𝘁 𝗲𝗶𝗻 𝟵𝟬/𝟭𝟬-𝗣𝗼𝗿𝘁𝗳𝗼𝗹𝗶𝗼.

𝗜𝗵𝗿 𝟲𝟬/𝟰𝟬-𝗣𝗼𝗿𝘁𝗳𝗼𝗹𝗶𝗼 𝗶𝘀𝘁 𝗶𝗻 𝗪𝗮𝗵𝗿𝗵𝗲𝗶𝘁 𝗲𝗶𝗻 𝟵𝟬/𝟭𝟬-𝗣𝗼𝗿𝘁𝗳𝗼𝗹𝗶𝗼.

Und nein, das ist kein Rechenfehler.

60 Prozent Aktien, 40 Prozent Anleihen – das klingt ausgewogen. Auf dem Papier ist es das auch. Im Risiko aber nicht: Dort geben fast ausschließlich die Aktien den Ton an. Denn entscheidend ist nicht, wie viel Kapital in einer Position steckt – sondern wie viel Bewegung von ihr ausgeht.

👉 𝗥𝗶𝘀𝗶𝗸𝗼𝗯𝗲𝗶𝘁𝗿𝗮𝗴: Aktien schwanken historisch mit rund 15 Prozent im Jahr, Anleihen mit etwa 5. Aktien bewegen sich also grob dreimal so stark. Bei 60/40 stammen deshalb typischerweise rund 90 Prozent der gesamten Schwankung allein aus dem Aktienteil.

👉 𝗗𝗶𝗲 𝘁𝗮̈𝘂𝘀𝗰𝗵𝗲𝗻𝗱𝗲 𝗕𝗮𝗹𝗮𝗻𝗰𝗲: 40 Prozent Anleihen fühlen sich nach 40 Prozent Sicherheit an. Im Risikobudget sind es kaum 10. Das Auf und Ab Ihres Depots folgt damit fast vollständig dem Aktienmarkt – die vermeintliche „sichere Hälfte” bewegt fast nichts.

👉 𝗥𝗶𝘀𝗶𝗸𝗼𝗽𝗮𝗿𝗶𝘁𝗮̈𝘁: die institutionelle Antwort. Nicht das Kapital wird gleich verteilt, sondern der Risikobeitrag. Maillard, Roncalli und Teïletche haben das 2010 sauber formalisiert; Ray Dalios „All Weather”-Ansatz lebt seit den Neunzigern davon. Der Grundgedanke: Keine einzelne Anlageklasse darf das Gesamtrisiko heimlich beherrschen.

Ich denke ein Portfolio deshalb nicht in Kapital-Prozenten, sondern in Risikobeiträgen. Meine Frage bei jedem Baustein lautet nicht „Wie viel Geld liegt hier?”, sondern „Wie viel des nächsten schlechten Tages geht auf sein Konto?”. Erst dann weiß ich, wie ein Depot wirklich gebaut ist.

Ausgewogen ist ein Depot nicht, weil die Kapital-Prozente gefällig aussehen. Ausgewogen ist es erst, wenn nicht eine einzige Anlageklasse über Wohl und Wehe entscheidet.

Wenn die Aktienmärkte morgen 10 Prozent verlieren – wie viel davon sehen Sie in Ihrem Gesamtdepot?