„𝗗𝗮𝘀 𝗚𝗲𝗹𝗱 𝗹𝗶𝗲𝗴𝘁 𝘀𝗶𝗰𝗵𝗲𝗿 𝗮𝘂𝗳 𝗱𝗲𝗺 𝗞𝗼𝗻𝘁𝗼.”

„𝗗𝗮𝘀 𝗚𝗲𝗹𝗱 𝗹𝗶𝗲𝗴𝘁 𝘀𝗶𝗰𝗵𝗲𝗿 𝗮𝘂𝗳 𝗱𝗲𝗺 𝗞𝗼𝗻𝘁𝗼.”

Diesen Satz höre ich von Unternehmern immer wieder – oft verbunden mit: „Die Börse ist gerade nicht der richtige Moment, wir warten noch.” Beides klingt vernünftig. Beides übersieht, dass Warten nicht kostenlos ist.

Ein hoher Kontostand fühlt sich an wie die Abwesenheit einer Entscheidung – nichts schwankt, kein Beleg, den man deuten müsste. Diese Ruhe wird mit Sicherheit verwechselt. Doch stabil ist nicht werterhaltend.

Über die letzten 20 Jahre lag die Inflation in der Eurozone im Schnitt bei rund 2,1 %. Was das für ein Kontoguthaben von zehn Millionen Euro bedeutet:

👉 pro Monat: rund 17.500 € weniger Kaufkraft
👉 pro Jahr: rund 210.000 €
👉 nach 20 Jahren: rund 3,4 Millionen €

Stillstand auf dem Auszug, Schwund in der Kaufkraft – und kein Beleg weist ihn je aus.

Die ehrliche Frage lautet deshalb nicht: „Will ich ein Risiko eingehen?” Das Kapital trägt längst eines – das stille Risiko der Entwertung. Wer auf den perfekten Moment wartet, hat sich dafür bereits entschieden.

Eine Liquiditätsreserve hat ihren Sinn. Aber der Teil, der aus Gewohnheit liegen bleibt, verdient einen bewussten Blick.

Warten Sie bei Ihrer Liquidität gerade bewusst – oder ist sie einfach dort geblieben, wo sie war?

(Quelle: Eurostat/EZB, Eurozone 2005–2025; eigene Berechnung.)