
Laut Morningstar gab es in 150 Jahren genau eine Krise, in der 𝗲𝗶𝗻 𝘃𝗼𝗿𝘀𝗶𝗰𝗵𝘁𝗶𝗴𝗲𝘀 𝟲𝟬/𝟰𝟬-𝗗𝗲𝗽𝗼𝘁 𝘁𝗶𝗲𝗳𝗲𝗿 𝗳𝗶𝗲𝗹 𝗮𝗹𝘀 𝗲𝗶𝗻 𝗿𝗲𝗶𝗻𝗲𝘀 𝗔𝗸𝘁𝗶𝗲𝗻𝗱𝗲𝗽𝗼𝘁.
Sie trägt das Jahr 2022 – und ihre Zutaten kehren gerade zurück.
Die Inflation steigt wieder. Und mit ihr kehrt eine Frage zurück, die viele Anleger längst abgehakt hatten: Wie „sicher” ist ein konservatives Depot wirklich?
Der Iran-Krieg und die Spannungen rund um die Straße von Hormus treiben die Energiepreise – und die Teuerung zieht spürbar an:
👉 USA: zuletzt 3,8 % (April) – nach 2,4 % zu Jahresbeginn.
👉 Eurozone: 3,2 % im Mai – der höchste Stand seit September 2023.
Gleichzeitig steigen die Renditen am Anleihenmarkt. Genau diese Kombination kennen wir bereits.
2022 fielen Aktien und Anleihen erstmals seit Jahrzehnten gemeinsam:
👉 S&P 500: rund −18 %.
👉 Bloomberg US Aggregate: rund −13 % – das schlechteste Anleihejahr seiner Geschichte.
👉 Ein klassisches 60% Aktien/40% Anleihen-Portfolio: rund −16 %. Das schwächste Jahr seit der Finanzkrise 2008.
Der „sichere” Teil hat den Sturz nicht abgefedert. Er hat ihn mitgetragen – weil in einem Inflationsregime Aktien und Anleihen oft in dieselbe Richtung laufen. Die Diversifikation bleibt, der Diversifikationseffekt verschwindet.
Ich höre die Sorge gerade wieder – auch gerade von SteuerberaterInnen, mit denen ich zusammenarbeite und deren Mandanten fragen, ob ihr „konservatives” Depot auch wirklich konservativ ist, auf Werterhalt ausgerichtet ist und dabei doch die Inflation schlägt.
Meine Antwort liegt nicht im Timing, sondern im Aufbau. Ich setze prominent auf Liquid Alternatives – liquide, regulierte Strategien, die sich bewusst anders verhalten als der breite Markt:
👉 Long/Short Equity – Aktien, abgesichert gegen den Gesamtmarkt.
👉 Long/Short Bonds – nicht auf fallende Zinsen angewiesen.
👉 Special Situations – Übernahmen, Restrukturierungen als eigene Renditequelle.
👉 Optionsstrategien – Schwankung wird zum Baustein.
👉 Multi-Strategy – mehrere Ansätze unter einem Dach.
Der Schlüssel ist nicht die Liste, sondern die Auswahl. In über zwei Jahrzehnten auf der internationalen, institutionellen Seite habe ich aus der Nähe gesehen, wer sein Handwerk beherrscht und wer nur bunte Powerpoints gut präsentieren kann. Diesen Selektionsprozess lasse ich in jedes Portfolio einfließen.
Ich verspreche kein Depot, das nie schwankt – das gibt es nicht. Aber ein Portfolio, das nicht von einer einzigen Korrelation abhängt, lässt sich aufbauen. Belastbar, mit echtem Gegengewicht, wenn es eng wird.
Das ist gerade jetzt wieder die eigentliche Aufgabe.
Wie belastbar ist ein Depot, dessen Stabilität an einer einzigen Annahme hängt?