𝗪𝗮𝗿𝘂𝗺 𝗶𝘀𝘁 𝗱𝗶𝗲 𝗲𝗿𝘀𝘁𝗲 𝗙𝗿𝗮𝗴𝗲 𝗽𝗿𝗼𝗳𝗲𝘀𝘀𝗶𝗼𝗻𝗲𝗹𝗹𝗲𝗿 𝗜𝗻𝘃𝗲𝘀𝘁𝗼𝗿𝗲𝗻 𝗻𝗶𝗲: „𝗪𝗶𝗲 𝘃𝗶𝗲𝗹 𝗥𝗲𝗻𝗱𝗶𝘁𝗲?“

Spoiler: Weil die vergangene Rendite allein fast nichts über die Zukunft verrät.

25 Jahre habe ich auf der institutionellen Seite verbracht. Dort kennt man beide Rollen: Man wählt externe Manager aus – und man wird selbst ausgewählt. Pensionskassen, Versicherer, Fund of Funds usw. prüfen einen Manager nach Kriterien, die in der privaten Geldanlage selten eine Rolle spielen.

Worauf schaut ein professioneller Allokator zuerst?

👉 𝗣𝗿𝗼𝘇𝗲𝘀𝘀𝗴ü𝘁𝗲: Gibt es einen beschreibbaren, wiederholbaren Prozess – oder ein Bauchgefühl, das zufällig funktioniert hat? Nur ein Prozess lässt sich morgen erneut anwenden.

👉 𝗗𝗿𝗮𝘄𝗱𝗼𝘄𝗻-𝗩𝗲𝗿𝗵𝗮𝗹𝘁𝗲𝗻: Nicht der beste Monat zählt, sondern der schlechteste. Wie tief fällt ein Portfolio in der Krise – und wie verlässlich erholt es sich wieder?

👉 𝗦𝘁𝗶𝗹𝘁𝗿𝗲𝘂𝗲: Hält sich der Manager an seinen beschriebenen Ansatz – auch wenn gerade etwas anderes in Mode ist? Stildrift ist ein Warnsignal, kein Zeichen von Flexibilität.

👉 𝗥𝗶𝘀𝗶𝗸𝗼𝗯𝘂𝗱𝗴𝗲𝘁: Wird Risiko bewusst gesteuert und begrenzt – oder ist es nur das zufällige Nebenprodukt der Renditejagd?

Es ist zutiefst menschlich, zuerst nach der Rendite zu fragen. Sie ist die Zahl, die ins Auge springt. Nur beschreibt sie die Vergangenheit – und verrät selten, ob das Ergebnis Können war oder Glück.

Ich prüfe mein eigenes Kernportfolio mit genau diesem institutionellen Blick: Baustein für Baustein, immer mit der Frage, wie sich das Ganze in einem schlechten Jahr verhält – nicht in einem guten.

Denn ein gutes Jahr verzeiht viele Fehler. Erst ein schlechtes zeigt, ob die Struktur trägt.

Welche Frage stellen Sie zuerst, wenn Sie jemandem Ihr Vermögen anvertrauen – die nach der Rendite oder die nach dem Risiko?