𝗪𝘂̈𝗿𝗱𝗲𝗻 𝗦𝗶𝗲 𝗱𝗶𝗲𝘀𝗲𝗺 𝗙𝗼𝗻𝗱𝘀 𝗜𝗵𝗿 𝗚𝗲𝗹𝗱 𝗮𝗻𝘃𝗲𝗿𝘁𝗿𝗮𝘂𝗲𝗻?

𝗪𝘂̈𝗿𝗱𝗲𝗻 𝗦𝗶𝗲 𝗱𝗶𝗲𝘀𝗲𝗺 𝗙𝗼𝗻𝗱𝘀 𝗜𝗵𝗿 𝗚𝗲𝗹𝗱 𝗮𝗻𝘃𝗲𝗿𝘁𝗿𝗮𝘂𝗲𝗻?
Die Fakten:
👉 Gegründet 1994 von einer Wall-Street-Legende (John Meriwether).
👉 Im Beirat: zwei Ökonomen, die kurz darauf den Nobelpreis erhalten (Myron Scholes und Robert Merton).
👉 Vier Jahre Bilanz: +20 %, +43 %, +41 %, +17 % – nach Kosten.
👉 Kaum ein Verlustmonat. Eine fast gerade Linie nach oben.
👉 Das Eigenkapital wächst auf über 7 Milliarden Dollar.

Die klügsten Köpfe. Die elegantesten Modelle. Eine makellose Kurve.
Bevor Sie weiterscrollen – ehrlich: Hätten Sie investiert? Die meisten sagen Ja.

𝗗𝗶𝗲 𝗔𝘂𝗳𝗹𝗼̈𝘀𝘂𝗻𝗴: Es war Long-Term Capital Management.

Im August 1998 geriet Russland in Zahlungsverzug. Was die Modelle als nahezu unmöglich auswiesen, wurde Realität. In weniger als vier Monaten verlor der Fonds rund 4,6 Milliarden Dollar. Vierzehn Banken mussten ihn unter Aufsicht der US-Notenbank mit 3,6 Milliarden auffangen, um das Finanzsystem zu schützen. Die ursprünglichen Anleger: nahezu vollständig ausgelöscht.

Was war geschehen?

👉 Der Hebel: Pro Dollar warfen die Geschäfte kaum etwas ab. Erst enormer Fremdkapitaleinsatz – oft über 25:1 – machte daraus die Traumrenditen. Derselbe Hebel verwandelte die Verluste ins Existenzielle.

👉 Der Regimebruch: Die Modelle rechneten mit der Vergangenheit. In der Panik liefen die Korrelationen gegen 1 – der Diversifikationseffekt, auf den alles gebaut war, verschwand genau dann, als man ihn am dringendsten brauchte.

Mich lehrt dieser Fall vor allem eines: Eine makellose Kurve ist kein Beweis für Sicherheit. Sie kann auch bedeuten, dass ein Risiko bloß noch nicht sichtbar wurde. Deshalb interessiert mich weniger, wie gut etwas im guten Jahr aussieht – sondern was passiert, wenn das Unwahrscheinliche eintritt.

Und vor allem: Vorauf basieren die Berechnungen?

Woran erkennen Sie den Unterschied zwischen echtem Können und gehebeltem Glück?