
Fast jeder Unternehmer, mit dem ich spreche, hat sein Vermögen zweimal am selben Markt liegen. Ohne es je so entschieden zu haben.
Das Ziel ist dabei fast immer dasselbe, und es ist ein gutes Ziel: Irgendwann soll das private Vermögen unabhängig vom Betrieb tragen. Ein schwaches Jahr in der Branche soll im Depot nicht spürbar sein.
Nur entsteht Vermögen selten so geplant. Es entsteht dort, wo man sich auskennt.
Die Immobilie in der Region, weil man den Markt einschätzen kann. Die Beteiligung beim langjährigen Zulieferer, weil man den Geschäftsführer seit zwanzig Jahren kennt. Die Aktien aus der eigenen Branche, weil man dort wirklich versteht, worüber gesprochen wird.
Jede dieser Entscheidungen war für sich genommen gut begründet.
Und trotzdem hängt am Ende vieles am selben Zyklus. Wird das Jahr schwierig, wird es überall gleichzeitig schwierig: im Auftragsbuch, beim Zulieferer, bei den Mietern, im Depot. Was sich über Jahre wie Kontrolle angefühlt hat, ist eine Häufung derselben Abhängigkeit.
Deshalb beginne ich nie mit Produkten.
Zuerst schauen wir, woran ein Vermögen tatsächlich hängt – nicht nach Anlageklassen sortiert, sondern nach Abhängigkeiten. Dann wird das unternehmerische Risiko sauber vom privaten getrennt. Und erst danach entsteht ein Portfolio, dessen Verlauf möglichst wenig damit zu tun hat, wie das Jahr im Betrieb läuft.
Das ist selten ein spektakuläres Gespräch. Meistens ist es ein Sortieren. Danach wissen Sie, welches Risiko Sie bewusst tragen – und welches sich über die Jahre einfach angesammelt hat.
Wenn Sie Ihr Vermögen heute auf ein Blatt schreiben: Wie viele Positionen darauf hängen am selben Markt wie Ihr Unternehmen?
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