
Genau das scheint gerade zu passieren.
Kanadas Premierminister Mark Carney hat Anfang des Jahre in Davos sehr offen darüber gesprochen, dass die bisherige Globalisierungslogik an ihre Grenzen gestoßen ist (Übersetzt heißt das, dass man sich nicht mehr erpressen lassen will.)
Parallel dazu verdichten sich Gespräche zwischen der European Union und dem pazifischen Handelsraum rund um das Comprehensive and Progressive Agreement for Trans-Pacific Partnership.
Noch gibt es kein neues Abkommen. Aber die Richtung ist klar: engerer Handel untereinander, robustere Lieferketten, weniger strategische Abhängigkeit von einzelnen Großmächten.
Wenn man EU und CPTPP zusammennimmt, entsteht ein Wirtschaftsraum mit
👉über einer Milliarde Menschen,
👉enormer industrieller Substanz,
👉technologischer Kompetenz und
👉Rohstoffbasis.
Mit dabei: EU, Japan, Kanada, Australien, Neuseeland, Malaysia, Vietnam, Singapur, Brunei, Mexiko, Chile, Peru und das Vereinigtes Königreich.
Deutschland und Japan auf der Industrieseite, Kanada und Australien bei Rohstoffen, Südostasien in der Produktion – das ist wirtschaftlich kein Nebenschauplatz.
Für Unternehmen bedeutet das planbarere Handelsbeziehungen innerhalb dieses Raums. Für Kapitalmärkte bedeutet es, dass sich Handels- und Kapitalströme über Zeit stärker regional bündeln könnten. Solche strukturellen Verschiebungen verändern Bewertungen – langsam, aber nachhaltig.
Der US-Dollar würde dadurch nicht abrupt an Bedeutung verlieren. Aber je mehr Handel außerhalb der klassischen US-Achse abgewickelt wird, desto stärker verschiebt sich das Kräfteverhältnis graduell.
Europäische Industrie- und Exportwerte könnten profitieren. Asiatische Exportnationen ebenso. Logistik, Infrastruktur, ausgewählte Rohstofftitel – alles Bereiche, die von stabileren intra-regionalen Handelsstrukturen leben.
Auch an den Anleihemärkten verschiebt sich mit solchen Entwicklungen die relative Attraktivität von Regionen. Kapital sucht Stabilität und Verlässlichkeit.
Das Ganze ist weniger eine Schlagzeile und mehr ein Prozess. Aber genau solche Prozesse definieren Dekaden.
Und deshalb lohnt es sich, sehr genau hinzusehen.