
Die eigentliche Gefahr bei der Blockade der Straße von Hormus ist nicht nur der erste Preissprung.
Es ist das, was danach kommt.
Rory Johnston beschreibt es treffend als ein „air pocket“ im Ölmarkt: Nicht jede Region wird am selben Tag getroffen. Die Lücke wandert mit den normalen Lieferströmen durch das System.
Asien spürt sie zuerst.
Europa kurz danach.
Nordamerika später.
Was heißt das für Europa?
Sehr wahrscheinlich nicht:
„Plötzlich ist kein Öl mehr da.“
Sondern eher:
1. höhere Preise
2. mehr Konkurrenz um freie Barrel
3. Lagerabbau
4. stärkere Nutzung strategischer Reserven
5. Druck auf Raffinerien, Transportkosten und Margen
Der Markt funktioniert dann weiter. Aber er funktioniert schlechter. Und teurer.
Ein Angebotsschock muss nicht sofort wie ein Blackout aussehen. Es reicht schon, wenn das System beginnt, Puffer zu verbrennen.
Dann steigen nicht nur Ölpreise.
Dann steigen Inflationserwartungen, Unsicherheit und die Wahrscheinlichkeit politischer Gegenmaßnahmen.
Für Investoren ist das relevant, weil solche Phasen meist in dieser Reihenfolge verlaufen:
Zuerst reagiert der Preis.
Dann reagieren Erwartungen.
Dann reagieren die Zentralbanken.
Und erst danach wird klar, wie groß der reale wirtschaftliche Schaden wirklich ist.
Mein Eindruck:
Solange Hormus nicht nachhaltig normalisiert wird, bleibt der Ölmarkt kein Fundament für Entspannung, sondern ein Risikofaktor für Inflation, Wachstum und Kapitalmärkte.
Und im Moment sieht es nicht so aus, als wollte der Iran verhandeln. Man hat die Weltwirtschaft in Geiselhaft und hat so die besseren Karten. Solange die USA und Israel den Iran bombardieren, wird es wohl keine Lösung geben.
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Im alpha strategies absolute return fund sind wir seit 3. März aus den Futures des Aktienindexoverlays raus und konnten so den Drawdown sehr gut begrenzen. Sobald sich wieder ein stabiler Aufwärtstrend ergibt, bauen wir diese Position wieder auf. Die Strategie funktioniert bestens: Begrenzung der Abwärtsphasen und Partizipation dann, wenn sich der Wind wieder dreht. Mehr dazu im kommenden Newsletter Anfang April.
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Marketingmitteilung
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Quelle: JPM Commodities Research, Rory Johnston