
Würden Sie diesem Manager Ihr Geld anvertrauen?
Rund 29 Prozent pro Jahr, dreizehn Jahre lang. Aus 18 Millionen Dollar wurden 14 Milliarden. Der S&P 500 schaffte im selben Zeitraum etwa 15 Prozent.
Die Frage stellt sich eigentlich nicht.
Der Manager: Peter Lynch. Fidelity Magellan Fund, 1977 bis 1990. Bis heute eine der besten Bilanzen der Fondsgeschichte.
Umso bemerkenswerter, was Lynch später selbst nachgerechnet hat:
Der durchschnittliche Anleger in seinem Fonds kam auf rund sieben Prozent pro Jahr. Weniger als der Index. Im besten Fonds seiner Zeit.
Oft wird die Geschichte noch dramatischer erzählt — die Anleger hätten sogar Geld verloren. Dafür gibt es keine belastbare Quelle. Die belegte Zahl ist unbequem genug.
Wie kommt so eine Lücke zustande?
👉 Auch der beste Fonds der Welt hatte schwache Phasen. In rund 17 Prozent aller Zwölfmonatszeiträume lag Magellan im Minus.
👉 Viele Anleger stiegen erst ein, nachdem die starken Jahre in der Zeitung standen.
👉 Und viele stiegen wieder aus, sobald es unangenehm wurde. Meist kurz bevor sich das Durchhalten gelohnt hätte.
Ich nehme aus dieser Geschichte vor allem eines mit: Die Bilanz eines Fonds sagt wenig darüber aus, was seine Anleger damit tatsächlich verdienen. Entscheidend ist, ob man eine Strategie auch dann durchhält, wenn sie gerade blass aussieht.
Hätten Sie durchgehalten, nach dem ersten Minusjahr?
Quelle: Peter Lynch, zitiert nach Spencer Jakab, „Heads I Win, Tails I Win” (2016).